Topography of the Social

JAHR
2021
STANDORT
Ruggell
INSTITUTION
Verein ELF

Die Fähigkeit einer Gemeinschaft, sich ihre Zukunft vorzustellen, hängt nicht von den Plänen ab, die sie produziert, sondern von den Gesprächen, zu denen sie bereit ist — und von den Räumen, die sie dafür schafft.

workshop results

Ruggell liegt am nördlichsten Rand Liechtensteins — flach, dem Naturschutzgebiet Ruggeller Riet zugewandt, an Österreich und die Schweiz grenzend. Eine Gemeinde, die genau weiss, wo sie endet.

Das dritte Jahr des Vereins ELF fiel mitten in die Pandemie. Nach Schaan und Balzers war die Frage, wie Menschen Raum teilen, plötzlich, drängend konkret geworden.

Statt das Jahr um ein einzelnes räumliches Problem herum zu organisieren, nahmen wir die Gemeinschaft selbst zum Gegenstand.

Welches sind die sozialen Topografien — die unsichtbaren Strukturen aus Begegnung, Erinnerung und gegenseitigem Erkennen —, die einem Ort seinen Charakter geben?

Das Küefer-Martis-Huus, ein historisches Kulturzentrum im Herzen des Dorfs, wurde zum Zuhause des Jahres.

At the same time, every once in a while we organised events in new locations, such as under the bridge in Unterbendern.

Historische Fotografien wurden gegen persönliche Erinnerungen getauscht. Besucherinnen und Besucher nahmen Abzüge mit nach Hause; an deren Stelle sammelten sich an den Wänden transkribierte Erinnerungen und Porträts ihrer Autorinnen und Autoren — ein lebendiges Archiv der räumlichen Geschichte des Dorfs, geschrieben von jenen, die es geprägt hatten.

Sechs Karta-Talks wurden gefilmt: der Vorsteher, ein Landwirt, eine Ökologin, Schulkinder, unter anderen. Statt sie im Innern zu zeigen, projizierten wir die Aufnahmen aus den Werkraumfenstern auf die Strasse.

The format was deliberate: not a public hearing, but a slow accumulation of perspectives that passersby could absorb at their own pace.

Discussion evenings asked what casinos do to a village's identity, what cooperatives do for communal life, what a nature reserve is worth when the farmland beside it might simply be left to import. These were not technical questions. They were cultural ones — about values, priorities, and the kind of place Ruggell wants to become.

Schoolchildren built Ruggell in clay — first as it is, then as it could be if twice as many people were to live there well. The models were exhibited alongside the adult discussions, without hierarchy.

What became visible: the greatest resource of a municipality is not its land. It is the people who remember what it once looked like — and can still imagine what it might become.

Presse

Collagen

Mehr in dieser Kategorie